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Rechte Gewalt hinterlässt gravierende Folgen

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Gelungene Fachtagung der Beratungsstelle „LEUCHTLINIE“

Spezialisierte Unterstützungsangebote für Betroffene standen im Mittelpunkt der Fachtagung „An der Seite der Betroffenen von rechter Gewalt“, zu der sich am 24.10. 2017 rund 100 Fachleute aus Baden-Württemberg und einigen anderen Bundesländern in Stuttgart trafen. Eingeladen hatte die Fachstelle „LEUCHTLINIE“, die in Trägerschaft der Türkischen Gemeinde in Baden-Württemberg e.V. seit Ende 2015 Betroffene von rechter Gewalt im Land berät und unterstützt.

Rechte und rassistische Gewalt, so die Hauptreferentin Prof. Dr. Gesa Köbberling von der Evangelischen Hochschule Freiburg, hinterlasse gravierende Folgen bei den direkt Betroffenen. Notwendig sei daher eine breitere Sensibilisierung von Akteuren im Bildungsbereich, in der Kommunalpolitik, in den Strafverfolgungsbehörden, sowie bei zivilgesellschaftlichen Akteuren.

„Auch der Staat muss parteilich an der Seite der Opfer stehen“

In ihrem Grußwort unterstützte Staatssekretärin Bärbl Mielich die Arbeit der Fachstelle und erklärte: „Es ist notwendig, dass diese Institutionen und Beratungsstellen nicht nur vom guten Willen engagierter Menschen getragen werden, sondern auch staatliche Unterstützung erhalten. Auch der Staat muss parteilich an der Seite der Opfer stehen“.

In acht Workshops vertieften die TeilnehmerInnen einzelne Aspekte, wie etwa Anfeindungen gegen Geflüchtete, die Situation schwarzer Menschen oder zivilgesellschaftliches Engagement gegen rechte Haltungen.

Dass die Auseinandersetzung mit den Themen Diskriminierung und Rassismus auch auf humorvolle Weise möglich ist, bewies zum Abschluss des Fachtages der Comedian Fatih Çevikkollu, der mit bitter-böser Satire und klugem Wortwitz die Dinge auf den Punkt brachte – und dafür sorgte, dass die Fachleute trotz des Ernstes der Themen die Veranstaltung mit einem Lachen im Gesicht verließen.

Fachtagung – An der Seite der Betroffenen von rechter Gewalt

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Kontakt

Heval Demirdöğen
0711/ 888 999 -30
heval.demirdoegen(Replace this parenthesis with the @ sign)tgbw.de

Anmeldung Fachtag

Infos zum Fachtag auf der Leuchtlinie Homepage

Betroffene von rechter Gewalt stehen nicht im Fokus. Sowohl in der medialen Darstellung als auch in der öffentlichen Wahrnehmung bleiben sie – anders als die Täter – häufig ausgeblendet. Wie kann es gelingen, den Betroffenen mehr Aufmerksamkeit, mehr Respekt, mehr Würde zu verschaffen? Was brauchen die Betroffenen – an Hilfe für sich selbst und an Unterstützung von uns allen?

Gemeinsame Anstrengungen gegen die Marginalisierung und Verdrängung der Betroffenenperspektive bleiben weiterhin wichtig. Das zeigen der massive Anstieg gewalttätiger Anfeindungen gegen Geflohene, der Zuspruch für rechtspopulistische Parteien im In- und Ausland sowie die bis heute offen gebliebenen zentralen Fragen zum NSU.

 

Ziele des Fachtags

Die Fachtagung hat zum Ziel, auf die Situation von (potenziellen) Betroffenen(gruppen) von rechter Gewalt aufmerksam zu machen, das zivilgesellschaftliche Engagement gegen (extrem) Rechte zu bekräftigen und Solidarisierungsprozesse für Betroffene zu initiieren.

„An der Seite der Betroffenen von rechter Gewalt“ lautet daher der programmatische Titel einer landesweiten Fachtagung, die durch die Beratungsstelle LEUCHTLINIE (Fachstelle im Demokratiezentrum BW) veranstaltet wird.

 

Leitfragen des Fachtags

Welche Menschen(gruppen) stehen in besonderem Maße im Fadenkreuz (extrem) rechter Anfeindungen? In welchen aktuell öffentlichen Diskursen verbindet sich extrem rechte Ideologie mit menschenverachtenden Einstellungen in der Mehrheitsgesellschaft? Und was kann, muss getan werden, um gefährdete Menschen(gruppen) zu schützen und zu unterstützen?

Die Fachtagung bündelt wissenschaftliche Erkenntnisse, Präventions- und Interventionsansätze, sowie Alltagserfahrungen. Sie richtet sich an Multiplikator_innen, die in zivilgesellschaftlichen, schulischen oder kommunalen Kontexten mit menschenverachtendem Denken konfrontiert sind, sich für (potenziell) Betroffene einsetzen und sich gegen (extreme) Rechte engagieren wollen.

Die Fachtagung wird in Zusammenarbeit mit dem Demokratiezentrum Baden-Württemberg und den Mitgliedsverbänden im LEUCHTLINIE-Beirat veranstaltet.

„Schluss mit Ohnmacht!“

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Eine Webinarreihe der tgbw zum Thema „Hate Speech“

Wie kann man „Hate-Speech“ im Netz verstehen, verarbeiten und darauf reagieren? – Eine interaktive Webinar-Reihe der tgbw sucht gemeinsam mit den Teilnehmer*innen nach Antworten

Das Phänomen „Hate Speech“ im Netz breitet sich aus und verschärft sich im Ton. Im Schutz der Anonymität, den die Sozialen Medien bieten, sinken die Hemmschwellen ins Bodenlose und verschwinden die Grenzen des Sagbaren. Ungeahnte Wellen des Hasses entstehen insbesondere dort, wo immer sich Menschen mit Geflüchteten und Migranten beschäftigen, sei es im sozialen, im politischen, juristischen oder medialen Bereich.

Welche Ursprünge, Urheber und Kräfte stecken hinter diesem Phänomen? Welche Wirkungen hinterlässt „Hate Speech“ bei den Empfängern und in unserer Gesellschaft insgesamt?

Was kann man dagegen tun? Was wird schon getan? Welcher „Wortschatz“ könnte wirksam sein als Gegenrede zum Hass? Kann man auch Liebe statt Hass trainieren? Welche Möglichkeiten gibt es ganz praktisch, die eigene Privatsphäre zu stärken um Angriffen zu entgehen? Nach welchen Werten, nach welchen juristischen Standards müssen wir „Hate Speech“ bewerten? Und – aus psychologischer Sicht – wie ticken sie eigentlich, die Täter*innen hinter der Tatstatur?

Antworten zu diesen und weiteren Fragen sucht die Webinar-Reihe „Schluss mit Ohnmacht“ in der Zeit vom 31. 08. bis 07. 12. In den jeweils einstündigen, moderierten Webinaren werden Fachleute aus ganz unterschiedlichen Blickrichtungen zusammen mit den Teilnehmer*innen Informationen sammeln, Beispiele aufzeigen und interaktive Übungen ausprobieren.

Die Türkische Gemeinde in Baden-Württemberg e.V. (tgbw) bietet diese bislang bundesweit einmalige Webinar-Reihe in Kooperation mit den folgenden Partnern an: SINUS-Akademie, Demokratiezentrum Baden-Württemberg, Akademie der Jugendarbeit Baden-Württemberg e.V., Flüchtlingsrat Baden-Württemberg.

Die Webinar-Reihe richtet sich an alle, die mit dem Problem „Hate Speech“ konfrontiert sind, seien es Helferkreise im Umfeld der Arbeit mit Geflüchteten, seien es Multiplikator*innen in der sozialen Arbeit, Mandatsträger*innen in der (kommunalen) Politik oder Vertreter*innen von Initiativen und Verbänden. Zur Zielgruppe zählen auch Menschen im Umfeld der ‚Partnerschaften für Demokratie‘, d.h. die Engagierten, die Projekte machen, die Aktiven im weiteren Umfeld, die Federführenden Ämter, die Koordinierungs- und Fachstellen, sowie die Mitglieder der Begleitausschüsse, die häufig auch noch kommunalpolitisch als Stadt- oder Gemeinderät*innen aktiv sind.

Die Webinar-Reihe „Schluss mit Ohnmacht“ wird gefördert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend  im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“

Einen Überblick über die Themen und Zeiten finden Sie hier.

Während der Webinar-Reihe wird es einen Austausch der Teilnehmer_innen über eigene Erfahrungen und gewünschte Themen für die weiteren Webinare geben.

Die Webinare finden im virtuellen Team-Raum statt – es wird also kein klassisches Webinar geboten, sondern wir werden interaktive Online-Gruppen bilden.

Die Teilnahme an den Webinaren ist kostenfrei. Die Plätze sind pro Termin auf 38 TN begrenzt. Um individuellen Möglichkeiten optimal gerecht zu werden, bieten wir unsere Webinar-Inhalte identisch in jeweils drei Zeitschienen an: „Morning-Break“  (10-11 Uhr), „Day-Trip“ (18-19 Uhr) „Late-Night“ (21-22 Uhr).

Sie haben also die Möglichkeit, Ihr Wunschthema und Ihren Wunschzeitraum zu buchen. Selbstverständlich können Sie alle Inhalte buchen, die für Sie Interessant sind. Aufgrund der begrenzten Platzzahl ist Ihre Anmeldung verbindlich.

Immer 15 Minuten vor Beginn des Webinars können sich die Teilnehmer_in im Raum anmelden und bekommen von der Moderation eine Einführung in die Möglichkeiten von Vitero.

Termine, Inhalte und Anmeldungsformulare finden Sie hier.

tgbw ist Mitveranstalter der Jugendkulturwoche „Bunt statt braun“

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„Flagge zeigen!“, so lautet das Motto der diesjährigen Jugendkulturwoche „Bunt statt braun“, die – bereits zum 13. Mal! – vom 13. Bis 17. November 2017 im Kulturhaus Schwanen in Waiblingen stattfindet. Die tgbw freut sich, dass wir seit Beginn 2017 zu den Mitveranstaltern dieser traditionsreichen Reihe zählen dürfen und diese kreative und attraktive Form der Bildungsarbeit mitvorbereiten und durch das tgbw-Projekt „ElEle – Hand in Hand gegen Diskriminierung“ auch mitgestalten können. Das diesjährige Motto passt sehr gut zu den aktuellen Herausforderungen: Flagge zeigen ist in vielen gesellschaftlichen Bereichen angesagt! Flagge ganz nach oben ziehen! Für uns aber nicht parteipolitisch. Und nicht in den Farben einer bestimmten Nation. Wir zeigen Flagge für eine vielfältige und friedliche Gesellschaft – gegen Diskriminierung, Fremdenfeindlichkeit und pauschalisierende Abwertung von Gruppen.

 

Das gesamte Programmheft der Jugendkulturwoche 2017 als pdf hier

Super Stimmung bei der CSD-Polit-Parade 2017

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Fotograf: Michael Geipel

Besucherrekord an der Strecke, strahlender Sonnenschein, super Stimmung im Verlauf des gesamten Umzugs durch die Stuttgarter Innenstadt: Der CSD-2017 war eine gelungene Veranstaltung, die den Spaß und die Freude der Menschen an der vielfältigen Gesellschaft auf beeindruckende Weise zum Ausdruck brachte. Bereits zum zweiten Mal beteiligte sich die Türkische Gemeinde in Baden-Württemberg e.V. (tgbw) bei der Christopher Street Day-Polit-Parade in Stuttgart. Der Clou der tgbw in diesem Jahr: das Traktorgespann „Black Pearl“, auf dessen Anhänger der DJ eine unüberhörbaren Soundanlage steuerte und die Menschen zum Mitmachen anfeuerte, begleitet von einer rund 50-köpfigen Fußgruppe, der der komplette Vorstand der tgbw angehörte. Die Gruppe fiel durch bunte Transparente und T-Shirts auf, die an die inzwischen unterdrückte Gay-Pride Parade in Istanbul erinnerten: „Nerdesin aşkım?” – „Burdayım aşkım!“ „Wo bist Du, mein Schatz?“ – „Hier bin ich, mein Schatz“.

Bei der diesjährigen Parade unter dem Motto „Perspektivenwechsel“ säumte die Rekordzahl von 180 000  Menschen die Straßen, insgesamt 71 Gruppen beteiligten sich am Umzug.

 

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