Volles Haus beim Karlsruher Präventionstag 2019: Rund 400 Gäste konnte Moderator Markus Brock in der Ettlinger Stadthalle begrüßen. Es war die 10. Auflage dieser Großveranstaltung, die in diesem Jahr auch von der tgbw und dem Projekt „kNOw HATE CRIME!“ mitveranstaltet wurde.

Insgesamt 5000 Fachleute wurden in den vergangenen 10 Jahren  durch diese in Baden-Württemberg einmalige Veranstaltungsreihe erreicht. Den Hauptvortrag hielt der Tübinger Medienwissenschaftler Prof Dr. Bernhard Pörksen  – in freier Rede und in rhetorischer Brillanz.

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Unter der Überschrift „Die neue Macht der Desinformation. Meinungsbildung im digitalen Zeitalter“ präsentierte Prof. Pörksen ein engagiertes Plädoyer für die Vermittlung von mehr Medienkompetenz in den Schulen. Das Lernziel müsse der verantwortliche Umgang mit den Herausforderungen der digitalen Medienwelt sein. In seinem Referat stellte Prof. Pörksen vier Analysen der aktuellen Entwicklung heraus:

  1. Wir erleben eine neue mediale Geschwindigkeit, die die alten Medien unter Druck setzt: der Wettstreit zwischen Genauigkeit und Geschwindigkeit verschärft sich.
  2. Die digitalen Medien führen zu mehr Ungewissheit. Während man früher postulieren konnte, mehr Information macht uns mündiger, stimmt diese Prämisse heute nicht mehr.
  3. Wir erfahren digital ständig neue Anreize der Sehnsucht, erfahren überall Interessantes. Aber: die Prüfung der Relevanz bleibt auf der Strecke dabei.
  4. Wir sind neuen Möglichkeiten der Manipulation ausgesetzt. Wir erleben digital die „Demokratisierung medialer Manipulation“.

Unsere Gesellschaft, so die Schlussfolgerung von Prof. Pörksen, müsse aktiv dafür eintreten, ein öffentliches Bewusstsein in Bezug auf die digitalen Risiken zu entwickeln – ganz so, wie etwa beim Umweltbewusstsein geschehen.

 

https://www.tgbw.de/erfolgreicher-praeventionstag-in-karlsruhe/