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Hasskriminalität ist heute auch in Deutschland eine große Herausforderung. Bei diesen Straftaten erleben einzelne Personen und Bevölkerungsgruppen Hass und Gewalt allein deshalb, weil sie von Mitmenschen als „fremd“ oder „anders“ eingestuft, mit Vorurteilen belegt und als Bedrohung dargestellt und wahrgenommen werden. Als Merkmale dienen dabei etwa (zugeschriebene) Religion, Hautfarbe, ethnische Herkunft, sozialer Status, Behinderungen, sexuelle Orientierungen…

Der Begriff Hasskriminalität – aus dem amerikanischen „Hate Crime“ – weitet die bislang in Deutschland bekannte Sichtweise und Kategorisierung von politisch motivierter Kriminalität erheblich aus. Während es bei PMK links oder PMK rechts um die politische Haltung der Täter geht, sind bei Hassverbrechen die Opfer oder Opfergruppen der vorurteilsgeleiteten Taten im Blick. Im Mittelpunkt steht nicht die politische Ideologie oder Staatsgefährdung, etwa bei Tätern mit rechtsextremen Einstellungen, im Mittelpunkt steht hier die Wirkung der Straftaten gegen Menschen aufgrund deren Gruppenzugehörigkeit und die Rückwirkung der Taten auf die gesamte soziale Gruppe oder die gesamte Gesellschaft. Denn: Unter den verheerenden Folgen von Hasskriminalität leiden natürlich in erster Linie die betroffenen Menschen. Es leidet aber auch deren Umfeld, die jeweilige soziale Gruppe – und letztlich trifft Hasskriminalität als soziales Problem unsere gesamte Gemeinschaft.

„kNOw HATE CRIME!“ lautet der programmatische Titel des Projekts, mit dem die Türkische Gemeinde in Baden-Württemberg e.V. (tgbw) das Problemfeld aufzeigen und präventiv behandeln möchte.

Literatur zum Thema "Hate Crimes"


Marc Coester:
Hate Crimes – Das Konzept der Hate Crimes aus den USA
unter besonderer Berücksichtigung des Rechtsextremismus
in Deutschland, Frankfurt/M, 2008


Albert Scherr:
Diskriminierung – Wie Unterschiede und Benachteiligungen
gesellschaftlich hergestellt werden. Wiesbaden, 2012


Samuel Salzborn:
Globaler Antisemitismus: Eine Spurensuche in den
Abgründen der Moderne. Mit einem Vorwort von
Josef Schuster. Weinheim 2018