Nach der Randale in Stuttgart: Türkische Gemeinde plädiert für mehr Gewaltprävention

Von 22. Juni 2020Pressemitteilungen

Die Türkische Gemeinde in Baden-Württemberg e.V. (tgbw) verurteilt die brutalen Gewaltexzesse in Stuttgart auf das entschiedenste und fordert die Achtung rechtsstaatlicher Strukturen und des Gewaltmonopols der Polizei. „Die Ursachen für die Gewalteskalation müssen jetzt umfassend analysiert werden“, so der tgbw-Vorsitzende Gökay Sofuoglu. „Vorschnelle Erklärungen und Schuldzuweisungen verbieten sich jetzt – genauso aber auch das Übergehen zur gewohnten Tagesordnung. Ich gehe von einer breiten Mischung von Haltungen und Hintergründen aus, die das friedliche Zusammenleben in unserer Stadt gefährden können. Aber dass die extremen Rechten und allen voran die AfD mit den schrecklichen Gewalttaten schon am selben Tag ihr Süppchen kochen und die ewigen Feindbilder Migration und Flucht bedienen, das ist einfach nur widerlich“, so Sofuoglu.

Politik und Zivilgesellschaft müssten jetzt gemeinsam nach den Ursachen für die Gewaltbereitschaft und nach Handlungsoptionen suchen. „Der Gewaltausbruch in Stuttgart macht sehr deutlich, dass unser aller Engagement für eine vielfältige Gesellschaft dringender ist denn je. Wir brauchen mehr und nicht weniger Einsatz für Demokratieförderung, für Wertebildung und für Gewaltprävention.“