Mitgliedsvereine im Fokus: Verein der Türkischen Arbeitnehmer in Herrenberg und Umgebung e.V. (TAV)

Der Verein der Türkischen Arbeitnehmer in Herrenberg und Umgebung e.V. (TAV) wurde 1976 von der ersten Generation türkischer Gastarbeiter*innen gegründet.

Er setzt sich für eine teilhabegerechte und pluralistische Gesellschaft ein und ist überkonfessionell, überparteilich und unabhängig.

Mürsel Uslu, der Vorsitzende des TAV Herrenberg e.V., hat uns drei Fragen beantwortet.

Warum engagieren Sie sich beim Verein der Türkischen Arbeitnehmer in Herrenberg und Umgebung?

Ich engagiere mich, weil mir die Förderung von Integration und die Stärkung migrantischer Communities im kommunalen Raum sehr am Herzen liegt. Der Verein bietet eine Plattform, um interkulturelle Verständigung zu fördern, jungen Menschen Teilhabechancen zu eröffnen und soziale Ungleichheiten abzubauen.

Die langjährige Erfahrung des Vereins seit 1976 zeigt zudem, wie nachhaltig und wirksam kontinuierliches Engagement sein kann: Wir sind ein fester Bestandteil des Herrenberger Stadtbildes und der Vereinslandschaft.

Auf welche Projekte oder Angebote sind Sie besonders stolz?

Besonders stolz bin ich auf unsere vielfältigen Jugendprojekte, die junge Menschen empowern und ihnen Orientierung geben sowie Perspektiven eröffnen. Dazu zählen Bildungs- und Freizeitangebote, Sprachförderung genauso wie Musik- und Tanzkurse.

Für uns als Verein ist es gleichermaßen wichtig, uns aktiv und verantwortungsvoll in die Gesellschaft einzubringen, in der wir leben und gleichzeitig unsere Wurzeln lebendig zu halten und an kommende Generationen weiterzugeben. Das geschieht bei uns nicht im geschlossenen Raum: Unsere Kurse und Veranstaltungen sind offen und zugänglich für alle Menschen, die sich als Mitglieder einer pluralen und lebendigen Einwanderungsgesellschaft verstehen. Insofern engagieren wir uns ebenso in interkulturellen Dialogformaten, die Begegnungen auf Augenhöhe ermöglichen und das gegenseitige Verständnis fördern. Diese Projekte stärken nicht nur die Beteiligung von jung und alt, sondern tragen auch zu einem solidarischen Miteinander in der Kommune bei.


Welche Wünsche haben Sie für die Zukunft?
Für die Zukunft wünsche ich mir mehr Anerkennung des Ehrenamtes. Seit fast 50 Jahren ist die Überzeugung des Engagements für eine solidarische und gerechte Gesellschaft der Antrieb unseres Einsatzes. Der Erhalt dieser ehrenamtlichen Arbeit ist ohne finanzielle Unterstützung jedoch nicht möglich. Wir benötigen mehr öffentliches Interesse und finanzielle Unterstützung, um unsere Projekte und Zielsetzungen nachhaltig ausbauen zu können. 

Außerdem möchte ich, dass die Stimmen der migrantischen Communities in kommunale Entscheidungsprozesse stärker einbezogen werden und dabei nicht nur bei klassischen Migrationsthemen gefragt sind, sondern auch in allen anderen Bereichen, die uns als Gesellschaft betreffen. Nur so wird deutlich, dass migrantische Menschen als voll anerkannte Mitglieder der Gesellschaft gesehen werden.