Die Türkische Gemeinde in Baden-Württemberg (tgbw) e.V. gratuliert Cem Özdemir zu seiner Wahl zum Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg. Es ist ein historischer Schritt: 65 Jahre nach dem Anwerbeabkommen zwischen Deutschland und der Türkei übernimmt mit Cem Özdemir erstmals ein Kind der ersten Gastarbeitergeneration das Amt des Ministerpräsidenten in einem deutschen Bundesland.
Für den Bundes- und Landesvorsitzenden der Türkischen Gemeinde Gökay Sofuoğlu ist dies nicht nur eine echte Erfolgsgeschichte und ein wichtiger Schritt zu mehr politischer Repräsentation der Bevölkerung, sondern auch ein wichtiger Beitrag zum Erhalt und der Stärkung der Demokratie sowie zu einer klaren Haltung gegen rechts.
Die Türkische Gemeinde in Baden-Württemberg erwartet von der neuen Landesregierung, dass sie die Gefahr von rechtsextremen Kräften ernst nimmt und sich – wie im Koalitionsvertrag formuliert – entschlossen gegen die „Feinde der Demokratie“ und gegen „Hass, Hetze und Gewalt“ stellt.
„Wir halten an unseren Forderungen zum Abbau struktureller Diskriminierung, zu mehr Mitspracherechten migrantischer Stimmen bei politischen Entscheidungen und zum Schutz von Betroffenen rechter Gewalt in Baden-Württemberg fest – diese zentralen Punkte fehlen jedoch im Koalitionspapier“, kritisiert Sofuoğlu. „Wir werden Cem Özdemir und die neue Landesregierung daran messen, ob sie die vor der Wahl gemachten Versprechen einlösen und sich aktiv für alle Menschen in Baden-Württemberg einsetzen. Als Verband stehen wir ihnen dabei gerne unterstützend zur Seite.“