„Die Todesopfer rassistischer Gewalt nicht vergessen!“

 

Opferberatungsstellen erinnern mit einer Gedenk- und Diskussionsveranstaltung an den rassistischen Brandanschlag in der Stuttgarter Geißstraße vor 25 Jahren.

 

Zu einer Erinnerungsveranstaltung für die Menschen, die 1994 durch den rassistischen Brandanschlag auf das Mehrfamilienhaus in der Stuttgarter Geißstraße 7 starben, lädt die baden-württembergische Beratungsstelle für Betroffene von rechter Gewalt LEUCHTLINIE zusammen mit dem Bundesverband der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt (VBRG) am 13. März 2019 um 19 Uhr in das Stuttgarter Hotel Silber (Dorotheenstr. 10) ein.

 

Ante B. (60), Ljuba B. (55), Zuzanna M. (57), Athina S. (24), Kristina S. (2), Nebahat S. (27), ihre Tochter Aynül S. (4) und ihr ungeborenes Kind starben in der Nacht vom 15. zum 16. März 1994 bei einem Brandanschlag auf das Mehrfamilien- und Geschäftshaus Geißstraße 7 in der Stuttgarter Altstadt. Weitere 16 Bewohner und Bewohnerinnen des vorwiegend von türkeistämmigen Arbeitsmigranten, Bürgerkriegsflüchtlingen aus dem ehemaligen Jugoslawien und Asylsuchenden bewohnten Hauses erlitten teils lebensgefährliche Verletzungen.

 

„Ein Vierteljahrhundert ist seit dem grausamen Brandanschlag vergangen. Die Todesopfer dieser rassistischen Gewalttat dürfen nicht vergessen werden“, betont die Opferberatungsstelle LEUCHTLINIE. Mit einer Gedenkveranstaltung möchte sie daher an die Opfer des rassistischen Brandanschlags und an das Leid der Hinterbliebenen erinnern.

„Der Perspektive der Betroffenen wird im Rahmen der Veranstaltung jener Raum gegeben, der ihr im gesellschaftlichen Diskurs nur allzu oft verwehrt wird“, heißt es weiter.

In einem Podiumsgespräch mit Fachleuten, Vertretern und Vertreterinnen von Betroffenenverbänden sowie mit Zeitzeugen sollen die zahlreich vorhandenen Anhaltspunkte für eine rassistische Tatmotivation in den Blick genommen und ein Bogen zu aktuellen rassistischen Gewalttaten gespannt werden.

 

Es sprechen:

  • Dr. Tanja Thomas, Medienwissenschaftlerin mit Schwerpunkt Transformationen der Medienkultur
  • Chana Dischereit, Mit-Organisatorin im bundesweiten Aktionsbündnis „NSU-Komplex auflösen!“
  • Gökay Sofuoğlu, Landesvorsitzender der Türkischen Gemeinde in Baden-Württemberg e.V., der beim Brand als Berichterstatter vor Ort war
  • Mehmet Daimagüler, Nebenklageanwalt im NSU-Prozess
  • Engin Şanli, Rechtsanwalt
  • Heike Kleffner, Geschäftsführerin des VBRG e.V., (Moderation)

Im Anschluss an die Veranstaltung ist eine Gedenkaktion am Ort des Brandanschlags vorgesehen.